SAISON 2021/22

Virtuelles Spielfeld

B-ONE SHOP

wC sichert sich einen Platz in der ÜBOL

wC sichert sich einen Platz in der ÜBOL

Nichts für schwache Nerven

Nach der „Quali Dahoam“ am 22.4. ging es dann letzten Samstag eine Stunde später als ursprünglich vom BHV geplant für unsere C1-Mädels nach Wolfratshausen. Diese eine Stunde mehr Schlaf bzw. mehr Zeit zum „Aufwachen“ erwies sich erstmal auch durchaus als nicht allzu schlecht, da wir in unserem ersten Spiel gegen die SG Biessenhofen-Marktoberdorf überraschend wach und aufmerksam anfingen. Vom ersten Pfiff an waren wir voll da und stellten eine solide Abwehr, und auch im Angriff konnten unsere zahlreich mitgereisten Fans schöne Ideen und Zusammenspiele bejubeln – nur leider haperte es etwas an der Belohnung durch Torerfolge. So stand es dann nach vollen 8 Minuten nur 3:0. Nach und nach wachten dann unsere Gegnerinnen auf und zogen immer wieder nach, bis sie dann in der 22. Minute erstmals in Führung gingen. Ab da drehte Biessenhofen-Marktoberdorf voll auf und wir waren es, die einem Rückstand hinterherliefen. Es sollte durchaus noch spannend werden. Spätestens als uns 2 Minuten vor Schluss der Ausgleich zum 14:14 gelang und Helena Dannheim in der letzten Minute den Führungstreffer erzielte, war die Stimmung in der Halle mehr als aufgeheizt. Es galt, einen letzten Angriff zu Ende zu führen, bevor das Schlusssignal erklingen würde. Leider verloren wir vorne dann den Ball und kassierten 24 Sekunden vor Schluss den Ausgleich. So endete ein aufregender erster Handballkrimi mit einem Ergebnis, das letztendlich wohl die zuletzt gezeigte Leistung beider Mannschaften bestmöglich widerspiegelte, mit dem wohl jedoch keiner so wirklich zufrieden war.

Doch Zeit zum Verschnaufen und Herunterkommen blieb uns gar nicht groß, da wir nach nur 10 Minuten Pause schon gegen den HC Gauting antreten mussten. So hieß es, die hochgekochten Emotionen so schnell wie möglich abzukühlen und uns voll auf das bevorstehende Spiel zu konzentrieren. Dies sollte sich als Geduldsprobe und weitere nervliche Belastung herausstellen. Gauting trat zwar körperlich etwas unterlegen an, doch war bei uns nach dem ersten so aufregenden Spiel etwas die Luft raus und es trat das ein, was uns so oft passiert: wir trauten uns nicht hinzulangen und schraubten ein paar – viele – Gänge zurück. Und so stand es nach ganzen 8 Minuten nur 2:1. Doch trotz des durchaus knappen Spielstands war von Anfang an eine Neigung des Unparteiischen zugunsten des HC Gauting deutlich. Als wir uns endlich kurz vor Ende der ersten Halbzeit gefangen hatten und wieder motiviert in die zweite starteten, wurden die Entscheidungen des Schiedsrichters immer abstruser. Statt Doppel, Schritte oder Stürmerfoul gab es Freiwurf nach Freiwurf für Gauting. Unsere Abwehr stand trotzdem sicher und hat schön zusammengearbeitet, doch nach über dreiminütigen Angriffen des Gegners zermürbt wohl jede Abwehr mal. Nach einem erneuten Doppel, das selbst Handballfremde klar erkannten, und erneute Prostestrufe laut wurden, ließ sich der Schiedsrichter dann gegenüber der Trainerin zu einer Aussage à la „man muss den anderen ihren Vorteil geben und darf nicht so verbissen sein“ hinreißen. Dies führte zwar zu Sprachlosigkeit, doch man war ja machtlos. Und so kam es zu Entscheidungen gegen uns, die auch im Kampfgericht zu Kopfschütteln und Belustigung führten. Letztendlich ging auch dieses Spiel vorbei und man muss unseren Mädels zugute halten, dass sie sich nicht zu sehr von den Umständen haben beirren lassen, sondern nachdem sie ihre Form wiedergefunden hatten, wieder richtig schönen Handball gespielt haben.

Das letzte Spiel sollte den gesamten Tag nochmal widerspiegeln. Es ging gegen den Absteiger aus der Landesliga-Quali und Favoriten HSG Isar-Loisach. Entgegen eines ersten Eindrucks der Machbarkeit wurde schnell klar, dass es durchaus schwer werden sollte, uns zu behaupten. Es hagelte (Zeit-)Strafen gegen uns, sodass wir tatsächlich auch mal mit nur 4 Feldspielerinnen gegen 6 Gegnerinnen auf dem Platz standen. Das Spiel schien uns aus den Händen zu gleiten, die Stimmung kippte, es kam zu Diskussionen zwischen Zuschauern und Schiedsrichter. Doch dann kam die zweite Halbzeit. Und wir waren zurück. Nachdem wir schon mit 9:1 zurücklagen, begann nun mit neuem Schwung und neuer Motivation unsere Aufholjagd. Dieser neue Wille zwang Isar-Loisach zu einem frühen Time-Out nach nur eineinhalb Minuten. Doch dies tat unserem nun wieder schönen und konzentrierten Zusammenspiel keinen Abbruch. Isar-Loisach dominierte zwar weiterhin den Spielstand, allerdings bot sich den Zuschauern nun ein ganz anderes Bild im Vergleich zur ersten Halbzeit. Auch wenn wir letztendlich mit 17:11 unterlagen, so haben wir immerhin die zweite Halbzeit für uns entscheiden können. Und gerade diese zweite Halbzeit kann uns auch durchaus mit Stolz erfüllen, denn nachdem schon im Prinzip alle Hoffnung verloren war, sind wir zurückgekommen und haben weiter gekämpft. Die Trainer sind sehr zufrieden und stolz auf die Leistung ihrer Mannschaft, sich wieder zu fangen und konzentriert weiterzumachen. Und genauso stolz kann jede einzelne unserer Spielerinnen sein.

Insgesamt haben wir an diesem Tag Höhen und Tiefen erlebt, aber auch eine geschlossene Mannschaft, die durch innovative Ideen, Zusammenspiel über alle Positionen hinweg, ihren Willen und Kampfgeist überzeugen konnte. Und wir freuen uns schon, all das nächste Saison in der ÜBOL wieder zu sehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.